"Es gibt immer einen Weg."

'Es gibt immer einen Weg.'

Kirstin Knufmann, Vordenkerin einer zukunftsweisenden Ernährung und Unternehmerin: “PureRaw” ist ihre Marke für hochwertige, pflanzenbasierte und innovative Lebensmittel, welche im Handel und auch im eigenen Onlineshop erhältlich sind.  
Schon immer vielseitig interessiert, studierte sie nach einer Ausbildung im Immobilienbereich Fotografie, lebte und arbeitete im In- und Ausland. Da es in Deutschland die Zutaten für die rohköstliche Küche, die sie in den USA kennen- und schätzen gelernt hatte, nicht zu kaufen gab, entschloss sie sich, selbst ein Unternehmen zu gründen. 2010 begann sie im elterlichen Haus in Bergheim bei Köln und zog Ende 2012 in die Altmark. PureRaw ist mittlerweile führender Anbieter im Bereich „Powerfoods“.  
Für ihre innovativen Geschäftsideen wurde Knufmann mehrfach ausgezeichnet. So wurde sie u.a. 2018 zur Deutschen Kultur- und Kreativpilotin ernannt. Sie zählt aktuell zu den wichtigsten Quer- und Weiterdenkerinnen für das Land Sachsen-Anhalt.  
Sie engagiert sich für junge Menschen und möchte sie dabei unterstützen, ihre Leidenschaft für ein Thema zu entdecken und mutig ihren Weg zu gehen. 
Mit Jugendlichen ihrer Region probierte sie im Rahmen des Schülerfirmenbranchentreffens Gastronomie – einem schulübergreifenden Fortbildungsformat für Schülercafés - einige ihrer roh veganen Rezepte und gab u.a. auch Tipps zur Nutzung von Social Media in Schülerfirmen.  
 
Weshalb engagieren Sie sich für GRÜNDERKIDS?

Ich finde es unglaublich wichtig und auch in meiner Verantwortung, Kinder und Jugendliche und damit die Gesellschaft generell zu unterstützen. Das geht natürlich am besten, indem man den Nachwuchs fördert und dort Perspektiven aufzeigt. Mir ist es ein Anliegen, über innovative Entwicklungen und damit verbundene Herausforderungen ins Gespräch zu kommen. Ich möchte den Jugendlichen einerseits klarmachen, dass im Berufsleben nicht alles einfach und gradlinig ist, aber dass es andererseits eine große Vielfalt gibt und die Wege zum Ziel ganz unterschiedlich sein können. 
Und ich als Unternehmerin - und als Praxisbeispiel sozusagen - zeige ihnen, dass ich immer wieder vor Herausforderungen stehe und dann eine Lösung finden muss und dafür meine Kreativität einsetze. Die Botschaft ist: Es gibt immer einen Weg. Ich habe bisher schon so viel Know-how gesammelt, das gebe ich gern weiter. Ich möchte, dass die Jugendlichen an sich und ihre Ideen glauben. Dann haben sie später vielleicht auch den Mut, eigene Wege zu gehen, weil sie merken, dass sie etwas ändern können. 
 
Welche Ideen für die Zukunft gibt es, um die Arbeit von GRÜNDERKIDS zu unterstützen?

Da gibt es viele Ideen, die man zusammen umsetzen könnte. Die Form von Workshops, die wir schon gemeinsam gemacht haben, könnte man fortsetzen – Ideenrunden initiieren und schauen, was passiert - nach dem Prinzip try and error. Ich kann Denkanstöße geben und besprechen, was im Best Case und im Worst Case passieren könnte. Ich kann die Kids dabei unterstützen, dass sie sich das nächste größere Ziel setzen und ihre Schülerfirma weiter denken. Außer dem theoretischen Brainstorming können die Jugendlichen mit meiner Hilfe auch Einblicke in die Praxis bekommen. Weiterhin bestünde die Möglichkeit, für besonders Engagierte ein betreutes Projekt anzubieten. Dabei können sie sehr viele praxisbezogene Erfahrungen sammeln. Ich kann eine gute Sparringspartnerin sein, um mit den Kids ihre Ideen und Pläne zu besprechen. Gemeinsam die individuellen Stärken der Einzelnen herauszuarbeiten und dann zu schauen, wie sie sich gut einbringen können und wie sie für sich die richtige Rolle finden - das ist ein spannendes Feld.   
Aber es ist nicht nur wichtig, eine gute Idee zu haben, sondern essenziell ist es auch zu wissen bzw. zu lernen, wie man sie umsetzt.  Ich lasse die Jugendlichen gern teilhaben an meiner Erfahrung, dass man eben 20 oder meist sogar deutlich mehr Leute ansprechen muss, bevor einer JA sagt. Das ist völlig normal, aber das können die Kids ja nicht wissen. Die Beispiele, die in den Medien verbreitet werden, die kommen häufig so perfekt rüber. Aber so ist der Alltag nicht und wenn man das schon in der Schülerfirma lernt, dann hat man für sein späteres Leben viel gewonnen. Ich habe aus Situationen, die mich am meisten herausgefordert haben, auch das meiste gelernt. Das ist eine gute Schule fürs Leben.  Und wenn man an etwas glaubt, findet man einen passenden Weg und die nötige Motivation immer und immer wieder. 
 
 Welches Potenzial haben Schülerfirmen denn aus Ihrer Sicht? 

Ich sehe ganz viel Potenzial - insbesondere, dass die Kids etwas haben, woran sie glauben und wofür sie brennen. Wenn sie bereit sind, sich richtig reinzuhängen, dann ist schon viel gewonnen. Vielen Jugendlichen fällt es nicht leicht, etwas zu finden, für das sie bereit sind, sich selbst zu fordern. Ich glaube, diesen Weg zu gehen, das ist das Wichtigste. Ich habe damals auch erstmal eine Ausbildung im Immobilienbereich gemacht und später meinen Job gekündigt, um Fotografie zu studieren. Ich hatte einen unbefristeten Vertrag, aber ich dachte: Das schlimmste, was ich mir jemals vorwerfen kann, ist, es nicht versucht zu haben. So habe ich mich auf Neues eingelassen, auf unbekanntes Terrain begeben und bin auf diese Art vorwärtsgekommen.  

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