Einführung
Schülerfirmen – ein Instrument für praxisnahes Lernen, das die Verantwortungsübernahme und Eigeninitiative von Jugendlichen stärkt!
Sie sind auf der Suche nach Möglichkeiten, Schülerinnen und Schüler intensiver an der Gestaltung von Schule zu beteiligen und ihnen handlungsorientiertes Lernen mit komplexen Herausforderungen zu ermöglichen?
Die Einrichtung einer Schülerfirma an ihrer Schule bietet Ihnen dazu eine gute Gelegenheit.
Was ist eine Schülerfirma?
Schülerfirmen sind pädagogische Projekte, die unter dem rechtlichen Dach der Schule reale Dinge produzieren oder Dienstleistungen anbieten. So können Schülerinnen und Schüler Schmuck designen und vertreiben, LPs digitalisieren, alte Computer umrüsten, Handykurse für Seniorinnen und Senioren anbieten und vieles mehr. Das Wichtigste aber in einer Schülerfirma ist, die Jugendlichen tragen die Hauptverantwortung. Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiternnen und Mitarbeiter haben eine projektbegleitende Funktion und stehen den Jugendlichen beim Umsetzen und Lösen von Problemen beratend zur Seite.
Was haben die Schülerinnen und Schüler davon?
Die Jugendlichen sind in alle Prozesse der Firmengründung und in die laufende Firmenarbeit aktiv eingebunden. Das heißt, sie schmieden gemeinsam an einer passenden Geschäftsidee, die ihren Interessen entspricht bzw. bestehende Bedarfe an der Schule aus Sicht der Jugendlichen deckt. Beim Erstellen einer Satzung setzen sie sich mit realen Unternehmensformen und ihren Spezifika auseinander und erleben Wirtschaftsunterricht ganz praxisnah. Um als Gruppe erfolgreich gemeinsam zu arbeiten, ist es für das Schülerfirmenteam notwendig, gemeinsam Ziele zu verabreden, Regeln für die Zusammenarbeit zu erstellen, Konflikte auszuhalten, diese zu lösen und Kompromisse einzugehen. Beim Verteilen der Verantwortlichkeiten in der Schülerfirma werden die unterschiedlichen Stärken und Kompetenzen der Schülernnen und Schüler berücksichtigt und reflektiert. Ist er oder sie eher kreativ oder gewissenhaft, Organisationsgenie oder Fleißarbeiter? Als Geschäftsführer/-in, Produktionsmitarbeiter/-in, Personaler/-in oder Finanzverantwortliche/r können die Schülerinnen und Schüler reale berufliche Rollenanforderungen erproben und für sich herausfinden: Was kann ich besonders gut? Wie möchte ich einmal arbeiten? Wer möchte ich später sein? Klar ist, ohne engagierte Lehrkräfte gibt es keine Schülerfirma. In einer Schülerfirma tragen zwar Schülerinnen und Schüler die Verantwortung, sie werden aber von Lehrkräften begleitet. Deshalb ist es uns besonders wichtig darüber zu informieren, welche Vorteile die Gründung einer Schülerfirma für Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und auch für die Schule hat.
Wir brauchen Sie als partnerschaftliche Begleiterinnen und Begleiter!
Pädagoginnen und Pädagogen sind in ihrer Funktion als erwachsene Projektbegleitung unerlässlich für die Arbeit einer Schülerfirma. Sie nehmen rechtlich die Aufsichtspflicht für das schulische Projekt wahr. Sie vermitteln zwischen den Interessen der Schulleitung, des Kollegiums und der Schülerschaft. Sie stehen als verantwortlich benannte Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner den Firmenmitgliedern bei Problemen zur Seite. Dabei ist es nicht notwendig, dass die Lehrkraft bereits selbst über unternehmerische Erfahrungen verfügt oder eine Antwort auf alle Fragen hat. Wichtig ist vielmehr die Bereitschaft, sich zusammen mit den Jugendlichen auf den Weg zu machen und zu erkunden, wie sie ihre Idee nachhaltig, gemeinsam umsetzen können.





